Friedensgeläut und Gebet

Glocken läuten für den Frieden
Westfälischer Aufruf für den 25. Februar – Gebete für verfolgte Christen


In zahlreichen Ländern gibt es keine Religionsfreiheit. Immer wieder werden deshalb Christinnen und Christen wegen ihres Glaubens bedrängt und verfolgt. Daran erinnert der jährliche Sonntag Reminiszere, der in diesem Jahr am 25. Februar in vielen Kirchen begangen wird. Der Sonntag Reminiszere verdankt seinen Namen dem sechsten Vers des Psalms 25: „Gedenke (lateinisch: Reminiscere), Herr, an deine Barmherzigkeit“.
 
Die Evangelische Kirche von Westfalen ruft diesmal zum Friedensgeläut auf, als Ausdruck und Zeichen der Friedenssehnsucht und der damit verbundenen Solidarität mit den Opfern von Krieg und Gewalt.

Sonntag um 17.00 Uhr werden die Glocken der Kreuzkirche und der Lukaskirche für 12 Minuten läuten. Zusätzlich wird die Kreuzkirche geöffnet und Raum zum Gebet geben. 

Seit 2010 ruft die EKD am Passionssonntag Reminiszere Kirchen und Gemeinden dazu auf, Fürbitten für verfolgte Christen zu halten und sich auch auf andere Weise für sie einzusetzen. Jedes Jahr wird ein bestimmtes Land in den Blick genommen. 2024 stehen Armenien und Berg-Karabach im Fokus.

Keine 24 Stunden dauerte der Angriff Aserbaidschans auf die armenische Enklave Berg-Karabach im September 2023. Die Bevölkerung hatte der Übermacht der Waffen Aserbaidschans nichts entgegenzusetzen. Innerhalb weniger Tage wurde die gesamte armenische Bevölkerung aus ihrer Heimat Berg-Karabach vertrieben. Zehntausende Menschen mussten nicht nur ihre Häuser und Felder aufgeben, sondern auch die Gräber ihrer Angehörigen, ihre Kirchen und Klöster und alles, was ihre Kultur ausmacht.

Die humanitäre Situation ist prekär bis katastrophal, die weiteren Entwicklungen sind ungewiss. 

Armenien ist ein Land mit uralter christlicher Tradition; die Armenier verstehen sich sogar als älteste christliche Nation der Welt. Die Kultur, das kleine Land und die Menschen sehen sich immer wieder Bedrohungen und Angriffen umliegender Staaten ausgesetzt. So auch im September 2023. Mehr als 100.000 Menschen mussten fliehen.

Das Leid nicht übersehen
Von der internationalen Gemeinschaft werden das Leid der Armenier und die drohende Vernichtung uralter Kulturgüter kaum wahrgenommen. Auch an politischer Unterstützung mangelt es.